Zahnarzt Charlottenburg / Zahn abgebrochen: Was tun und welche Behandlung hilft?
4. August 2026

Zahn abgebrochen: Was tun und welche Behandlung hilft?

Zahnarzt Dr. Nowak berät eine Patientin, wann ein abgebrochener Zahn untersucht werden sollte und welche Behandlungen infrage kommt!

Ruhe bewahren und richtig handeln!

Ein Zahn ist abgebrochen – was nun? Oft wissen Patientinnen und Patienten nicht, was sie tun sollen. Sichern Sie ein gefundenes Zahnstück und lassen Sie es nicht austrocknen. Versuchen Sie weder, es selbst anzukleben, noch den beschädigten Zahn zu ziehen. Auch wenn nur ein Mini-Stück vom Zahn abgesplittert ist, sollte die Bruchstelle zahnärztlich beurteilt werden. Unser Expertenratgeber erklärt die wichtigsten Sofortmaßnahmen, Warnzeichen sowie mögliche Untersuchungen und Behandlungen.

Zahn abgebrochen: Erste Hilfe – was sollten Sie sofort tun?

Bewahren Sie Ruhe und prüfen Sie den Mund vorsichtig. Lose Zahnstücke sollten Sie nur herausnehmen, wenn sie gut erreichbar sind und sich gefahrlos greifen lassen. Belasten Sie den beschädigten Zahn nicht und kauen Sie nicht auf der betroffenen Seite. Gehen Sie anschließend so vor:

Blutung stillen: Lassen Sie die betroffene Person vorsichtig auf eine sterile Kompresse, einen Mullverband oder ein sauberes Stofftuch beißen. Hält die Blutung trotz gleichmäßigem Druck an, ist rasche medizinische Hilfe erforderlich.

Von außen kühlen: Legen Sie eine in Stoff gewickelte Kühlkompresse auf die Wange. Das kann Schmerzen und Schwellung lindern. Eis sollte nicht direkt auf Haut oder Zahn liegen.

Zahnstück suchen und sichern: Nehmen Sie auch ein kleines Fragment mit. Je nach Bruchstelle und Zustand kann es wieder befestigt werden.

Zahnarzt kontaktieren: Schildern Sie, wann und wie der Zahn abgebrochen ist und ob Schmerzen, Blutung, Lockerung oder ein veränderter Biss bestehen. Nach einem Zahnunfall, etwa beim Sport, bei einem größeren Bruch oder akuten Beschwerden sollte die Abklärung unverzüglich erfolgen.

Versuchen Sie nicht, das Zahnstück selbst anzukleben, in die Bruchstelle zu drücken oder eine verbliebene Zahnwurzel zu ziehen. DentalFirst empfiehlt bei einem abgebrochenen oder ausgeschlagenen Zahn, das gefundene Stück sicher aufzubewahren und sofort die Praxis aufzusuchen. Außerhalb der Sprechzeiten ist der zahnärztliche Notdienst zuständig.

Wie bewahre ich das abgebrochene Zahnstück auf?

Fassen Sie das Fragment möglichst an der äußeren Schmelzfläche an und berühren Sie die Bruchfläche so wenig wie möglich. Reinigen, bürsten oder desinfizieren Sie es nicht. Eine Zahnrettungsbox ist die bevorzugte Transportlösung, wenn sie unmittelbar verfügbar ist. Ersatzweise können Sie das Zahnstück vorübergehend in kalter pasteurisierter Milch beziehungsweise H-Milch oder steriler isotoner Kochsalzlösung aufbewahren (Tewari et al., 2024). Ist nichts davon vorhanden, kann eine saubere Kunststofffolie das Fragment notfalls mit eigenem Speichel vor dem Austrocknen schützen. Verwenden Sie kein Leitungswasser und legen Sie das Stück wegen der Gefahr des Verschluckens oder Einatmens nicht lose in den Mund oder unter die Zunge.

Bringen Sie das Zahnstück samt Behälter zur Untersuchung mit. Ob es wieder angeklebt werden kann, hängt unter anderem von Fragment, Bruchstelle, Zahnnerv und verbleibender Zahnsubstanz ab. Ist nicht nur ein Stück abgebrochen, sondern ein bleibender Zahn vollständig ausgeschlagen, gilt zusätzlich: Berühren Sie ihn nur an der Zahnkrone und niemals an der Wurzel. Reinigen oder desinfizieren Sie ihn nicht, bewahren Sie ihn möglichst in einer Zahnrettungsbox auf und lassen Sie ihn sofort zahnärztlich versorgen.

Wann ist ein abgebrochener Zahn ein Notfall?

Ein abgebrochener Zahn sollte besonders rasch untersucht werden, wenn starke Schmerzen, eine tiefe Bruchstelle, eine sichtbare rote Stelle im Zahninneren, eine Lockerung oder Verschiebung, ein veränderter Biss, eine zunehmende Schwellung oder eine anhaltende Blutung auftreten. Auch ein vollständig ausgeschlagener bleibender Zahn ist ein dringlicher Zahnnotfall. Je schneller nach einem Unfall fachgerecht gehandelt wird, desto eher können mögliche zahnerhaltende Maßnahmen geprüft werden.  

Bei Atemnot, sehr starker, nicht stillbarer Blutung oder Anzeichen einer Kopfverletzung wie Bewusstlosigkeit, wiederholtem Erbrechen, ausgeprägter Benommenheit oder Verwirrtheit wählen Sie den Notruf 112. Ist nur ein Ministück abgesplittert und bestehen keine akuten Warnzeichen, ist in der Regel kein allgemeiner Notruf nötig. Die Bruchstelle sollte dennoch zeitnah zahnärztlich kontrolliert werden, weil die Tiefe der Fraktur ohne Untersuchung nicht zuverlässig erkennbar ist.

Wie untersucht der Zahnarzt einen abgebrochenen Zahn?

Beim Zahnarzt werden Bruchtiefe, stabile Restsubstanz sowie eine mögliche Beteiligung von Zahnfleisch, Nerv, Wurzel und Nachbarzähnen geprüft. Je nach Befund folgen eine Kontrolle von Beweglichkeit und Biss, ein Reiztest des Zahns und Röntgenaufnahmen.

Für die Einordnung zählen nicht nur Größe und Lage der Bruchstelle, sondern auch Ursache und Zustand der Pulpa. In unserer Zahnarztpraxis DentalFirst können wir die Diagnostik bei komplexen oder unklaren Befunde durch eine DVT ergänzen.

Was genau ist abgebrochen?

Außen liegt der Zahnschmelz, darunter das Zahnbein – medizinisch Dentin – und im Inneren die Pulpa mit dem Zahnnerv. Bei einer abgebrochenen Zahnecke kann nur der Schmelz betroffen sein.

Reicht die Fraktur tiefer oder ist ein großes Stück beziehungsweise die Außenwand eines Backenzahns abgebrochen, können Karies, eine große Zahnfüllung oder geschwächte Substanz eine Rolle spielen. Auch der Restzahn kann instabil sein. Ein Schneidezahn kann bei einem Sturz oder Schlag ästhetisch auffällig brechen. Fehlende Schmerzen sind keine sichere Entwarnung.

Welche Behandlungen kommen infrage?

Kleine Defekte können geglättet oder mit einer Zahnfüllung wiederhergestellt werden. Ein geeignetes Zahnstück lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen ankleben.

Bei Frontzähnen können je nach Defekt ein Kompositaufbau, die Wiederbefestigung des Fragments oder in ausgewählten Fällen Veneers infrage kommen. Größere Defekte können je nach Restsubstanz mit einem Keramik-Inlay, einem Onlay, einer Teilkrone oder einer Krone versorgt werden.

Ist der Nerv betroffen, entscheidet der Zustand der Pulpa über zahnerhaltende Maßnahmen oder eine mögliche Wurzelbehandlung. Erst wenn der beschädigte Zahn nicht erhalten werden kann, wird eine professionelle Entfernung erwogen. Anschließend stehen verschiedene Formen von Zahnprothesen zur Wahl.

Behandlung, Kosten und eine mögliche Beteiligung der Krankenkasse hängen vom individuellen Befund und Versicherungsverhältnis ab.

Unser Fazit: Besprechen Sie einen abgebrochenen Zahn mit Ihrem Zahnarzt!

Ob kleines Zahnstück, größere Außenwand oder tiefer Bruch: Erst die Untersuchung zeigt, ob der Zahn stabil ist und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Bei Schmerzen, Blutung, Lockerung oder einem Unfall ist eine rasche Abklärung wichtig. Bei stabilem Befund können Sie gerne einen Termin zur Untersuchung bei DentalFirst anfragen. Bei akuten Beschwerden sollten Sie einen Notdienst aufsuchen.

FAQ: Häufige Fragen zur Behandlung eines abgebrochenen Zahns

Muss ich sofort zum Zahnarzt, wenn ein Ministück vom Zahn abgebrochen ist?

Nicht jedes Ministück ist ein akuter Notfall. Eine zeitnahe Kontrolle ist dennoch sinnvoll, besonders nach einem Unfall, bei einer scharfen Kante, Überempfindlichkeit oder wenn der Zahn instabil wirkt. Bei starken Schmerzen, Blutungen, Schwellungen oder Lockerungen sollten Sie zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen.

Ein geeignetes Zahnstück kann unter bestimmten Voraussetzungen wieder angeklebt werden. Ob das möglich ist, hängt von Form und Zustand des Fragments, der Bruchstelle und einer möglichen Beteiligung des Zahnnervs ab. Bewahren Sie das abgebrochene Stück feucht auf. Verwenden Sie keinen Haushaltskleber.

Ja. Schmerzen zeigen nicht zuverlässig, wie tief ein Zahn gebrochen ist; auch Karies, ein Riss oder ein bereits nervtoter Zahn können zunächst wenig Beschwerden verursachen. Eine zahnärztliche Untersuchung klärt, ob der Zahn geschützt oder wiederhergestellt werden muss.

Entscheidend sind die Lage des Bruchs, die verbleibende Zahnsubstanz sowie der Zustand von Zahnnerv, Zahnwurzel und umgebendem Gewebe. Ist die Bruchstelle sehr tief und der Zahn nicht erhaltungsfähig, kann eine Entfernung nötig werden. Dazu sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt sprechen.

Literatur

Tewari N, Abbott PV, O’Connell AC, Mills SC, Stasiuk H, Roettger M, et al. The International Association of Dental Traumatology (IADT) and the Academy for Sports Dentistry (ASD) guidelines for prevention of traumatic dental injuries: Part 10: First aid education. Dental Traumatology. 2024; 40(Suppl. 1): 22–24. https://doi.org/10.1111/edt.12931

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